Donnerstag, 18. Februar 2016

Bücherrezension: All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven


Daten zum Buch:

Titel: All die verdammt perfekten Tage
Originaltitel: All the bright places
Autorin: Jenniver Niven
Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch Alexandra Ernst


Erscheinungsdatum: 28.12.2015
Preis: 14,90€ (D) / 15,50€ (A) / 20,50 CHF

ISBN: 978-3-8090-2657-0

Erschienen im Verlag "LIMES"






 

 Heute ist es soweit und es gibt auch mal eine Bücherrezension von mir. Dieses Buch fand ich zufällig durch eine andere Rezension, die mir das Buch interessanter machte und es dauerte nicht lange, bis ich es mir auch schon gekauft habe.
In diesem Jugendroman geht es um 2 Personen, die sich zufällig auf dem Glockenturm einer Schule begegnen und dadurch erkennen, was sie da überhaupt machen, man bekommt schnell dein Eindruck, dass sie beide in die Tiefe springen wollen, ihr Leben beenden wollen. Das gesamte Buch ist abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen Theodore Finch und Violet Markey geschrieben und es fühlt sich teilweise wie ein Tagebuch an und zeitlich ist es in der Gegenwart geschrieben.

Während Theodore Finch unter den Folgen von Mobbing leidet und neben seiner Depression seit dem Tag auf dem Glockenturm seine wachen Tage zählt, die für ihn eine depressionsfreie Zeit darstellen, ist Violet Markey ein beliebtes Mädchen an dieser Schule, Cheerleaderin und zählt die Tage bis zu ihrem Schulabschluss. Sie möchte diese Zeit hinter sich lassen. Außerdem hat sie ein Problem: sie muss den Tod ihrer Schwester Eleanor verarbeiten, die knapp 9 Monate zuvor bei einem Autounfall ums Leben kam, während sie selber diesen Unfall nur mit kleinen Verletzungen überlebte. Sie gibt sich die Schuld daran, dass dieser Unfall geschah. Da sie jedoch in ihrer Schule als ein besonderer Fall gilt, schafft sie es, dass sie in der Schule von den Lehrern besonders behandelt wird. Schularbeiten darf sie so gut wie sie es kann machen, während ihre Lehrer sie mit Samthandschuhen anfassen und sie dementsprechend benoten.
Hier kommt Theodore ins Spiel: seit dem Tag auf dem Glockenturm hat er erkannt, wie es um Violet bestellt sein muss und während des Unterrichts in Amerikanischer Landeskunde, in der sie als Abschlussarbeit über Orte ihres Bundesstaates Indiana berichten sollen, die sie zu zweit bearbeiten sollen, nutzt Theodore die Gelegenheit und bestimmt von sich aus Violet als seine Partnerin für diese Arbeit. Jedoch ist Violet von dieser Idee gar nicht angetan, weil sie sich nicht dazu in der Lage sieht, diese Arbeit zu bearbeiten. Sie wurde ja mit Sonderrechten behandelt und so kam es, dass sie sich mehr darauf stützt als auf den Vorschlag von Theodore einzugehen. Jedoch lässt dieser nicht locker und besteht darauf, dass sie mit ihm zusammenarbeitet.
Auch wenn Violet mit der Zeit immer mit ihren Gefühlen auf Abstand zu Theodore steht und irgendwie froh darüber war, dass sie diese Arbeit beendet haben, tut Theodore alles, um seine steigende Zuneigung Violet gegenüber zu zeigen und um sie zu beeindrucken, was ihm auch irgendwann gelingt und die beiden ein Paar werden. Bis hierhin klingt alles wie eine normale Liebesgeschichte, doch es soll schnell anders kommen. Theodore verfällt schnell wieder seiner Depressionen und denkt sich, dass er nicht gut genug für Violet sein kann, doch sieht sie das anders. Während Theodore immer weiter seiner Depression verfällt, macht sich Violet immer mehr Sorgen um ihn und es dauert nicht lange, bis sie von ihren Eltern ein Verbot bekommt ihn zu sehen, da sie während einer Nacht mit ihm in der freien Natur nicht nach Hause zurückgekehrt ist.
Wie geht Violet mit diesem Verbot um und was macht Theodore? Wird er sich fangen und Violets Eltern überzeugen, dass sie sich wieder sehen können oder gehen beide getrennte Wege mit bösem Ausgang? Und was wird aus dem Schulprojekt, das sie zum Ende des Schuljahres und zu ihrem Abschluss fertig haben müssen?
Hier möchte ich mich bedeckt halten, da ich euch nicht die ganze Geschichte verraten möchte. Ich kann nur so viel verraten: wer in der Mitte des Buches denkt, er wüsste woran er ist, dem kann ich nur sagen: Ja, es könnte vielleicht so kommen.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der an Liebesgeschichten interessiert ist, aber gleichzeitig möchte ich es jedem empfehlen, der verstehen möchte, was Depressive durchmachen müssen. Ich in meinem Fall, der ebenfalls solche Züge zeigt, muss sagen, dass ich mir vorkam als würde man mir den Spiegel vorhalten, der mein Leben zeigt. Es kommen einmal die fröhlichen Gefühle vor, die Welt ist in Ordnung und es kann einem nicht besser gehen. Doch gleichzeitig bekommt man auch die Schattenseiten gezeigt. Es beginnt bei Schuldgefühlen bis hin zu Selbstmordgedanken, nur weil man sich schlechter macht als man von Außen wahrgenommen wird.
Als ich dieses Buch gelesen habe, gab es ein paar Stellen an denen ich persönlich gemerkt habe, wie es mir an meine Psyche ging und war ein paar Mal davor, das Lesen abzubrechen und das Buch für eine Zeit beiseite zu legen, aber hier ist jeder anders und empfindet anders.
Der Schreibstil ist gut gewählt und wie ich bereits erwähnt habe, ist dieses Buch überwiegend im Tempus Präsenz geschrieben, was dieses Buch nicht schlecht macht. Die handelnden Personen sind allesamt gut ausgearbeitet und es kommt einem beim Lesen wie ein Film vor.

Und wenn ich nun das Interesse an diesem Buch wecken konnte, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Euer Sebastian

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