Freitag, 13. Januar 2017

Thinkings #7 - Selbstmord

Ich las vor einigen Tagen einen Beitrag über ein Mädchen namens Katelyn aus den USA. Sie streamte live ihren Selbstmord auf Facebook! Sie war erst 12 Jahre alt, hatte ihr Leben noch vor sich.
Sie postete, dass sie von einem Familienangehörigen zuerst verprügelt und danach sexuell missbraucht wurde. Niemand ahnte oder wusste etwas davon. Sie sprach wohl auch mit niemandem über das Geschehene. Aber wie auch?
Das Mädchen war erst 12, sie wusste nicht was mit ihr geschah und wie sie damit umgehen konnte und sollte. Sie war ja quasi noch ein Kind!
Sie wird sich wahrscheinlich auch gefragt haben, ob es ihre eigene Schuld war.
Bei einem Missbrauch wird die Psyche eines Menschen stark geschädigt. Man gibt sich selber die Schuld für das Geschehene. Und besonders Kinder zerbrechen daran. Ihre Seelen sind noch so voller Unschuld und wer weiß was Katelyn alles angetan wurde.
Ich will mir gar nicht vorstellen wie groß ihre Verzweiflung gewesen sein muss, dass sie ihren Suizid live auf Facebook zeigte.

Ihr fragt euch bestimmt, warum sie mit niemandem sprach, oder niemand etwas an ihrem Verhalten bemerkt hat?
Nun, das kann ich euch erklären: Menschen, die ein psychisches Leiden in sich tragen können dieses sehr gut verbergen und ihre Gefühle vor anderen verstecken. Sie finden ihre eigenen Wege mit ihrem Leiden umzugehen und das Geschehene zu verarbeiten. Leider führt dieses dann oft auch zum Selbstmord.
Da eben dieses Verbergen stattfindet merken Familienangehörige und Aussenstehende oft nicht, dass ein psychisches Leiden vorliegt. Und Missbrauchsopfer sprechen aus Scham nicht über das Geschehene. Sie fühlen sich benutzt und schmutzig und geben sich, wie schon gesagt, die Schuld an der Tat.
Dass sie sich niemandem anvertrauen ist dabei auch der Versuch zu verdrängen und nicht mehr an die Tat zu denken. Man will am liebsten alles vergessen und nie wieder daran denken. Dass man so aber nicht weiter kommt und sich immer nur im Kreis dreht merkt man dabei oft nicht. Für nicht Betroffene mag dies unverständlich erscheinen.
Aber ich kann euch sagen, dass dieses Handeln leider für uns psychisch kranke Menschen ganz normal erscheint. Und im Endeffekt ist es nichts anderes als ein Hilferuf.
Ja, auch ich leide an einer psychischen Erkrankung, ich habe Depressionen. Und auch ich habe schon oft an Selbstmord gedacht.
Und ich lege euch einen guten Rat ans Herz: solltet ihr jemanden kennen der an Selbstmord denkt, dann holt sofort Hilfe. Diese Person braucht ganz drigend professionelle Hilfe. Und tut dies bitte nicht als blödes Gerede ab. Niemand spricht von Selbstmord nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es mag manche Ausnahmen geben, aber die Mehrheit braucht bei einer solchen Äußerung wirklich Hilfe.

Verschließt  bitte nicht die Augen vor psychischen Erkrankungen. Wir wollen keine Aufmerksamkeit.  Wir wollen Menschen die uns verstehen und vor allem wollen wir Hilfe, die wir uns nicht immer selber holen können, weil wir nicht wissen wo und wie.
Also seid aufmerksam und bietet Hilfe an, wenn jemand mal nicht weiter weiß und in einem tiefen schwarzen Loch hängt. Oder auf der dunklen Seite, wie ich als Star Wars Fan gerne sage.

Also, seht psychische Krankheiten nicht als Tabuthema. Sie betreffen jeden von uns, auf welche Art und Weise auch immer.

Bis bald
Eure Cosmic/Viviann

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